Text:  Miran Melansek  •   Veröffentlicht: 01.10.2025 20:17   •   Lesedauer: 4,5 Min.

Nano Banana vs. Seedream 4.0 – Wer malt am schönsten?

Zwei neue KI-Bildgeneratoren wirbeln die Kreativwelt auf. Aber welches Tool passt für welchen Zweck?

Bildgeneratoren Nano Banana und Seedream 4.0 im Vergleich
Bildgeneratoren Nano Banana und Seedream 4.0 im Vergleich

Vor genau einem halben Jahr saß ich noch da und staunte über ChatGPT, das plötzlich viel bessere Bilder als bisher aus Worten zaubern konnte und dabei beeindruckend genau die Vorgaben im Prompt beachtete. Was folgte war eine beispiellose Flut an Bild-Generierungen. Sam Altman, Chef von Open AI (dem Unternehmen hinter ChatGPT), sagte dazu scherzhaft, dass die Nutzer die Grafikchips der ChatGPT-Server zum Schmelzen brachten.

Heute, nur 6 Monate später, reden wir nicht mehr über Spielzeug, sondern über Werkzeuge, die ernstzunehmende Konkurrenz für Photoshop, Illustrator und Co. sind. Willkommen in der nächsten Generation der KI-Bildgeneratoren, die immer häufiger auch von Profis für kreative Arbeit oder für schneller Bild-Edits verwendet werden.

Die neue Generation: Text rein, Kunst raus

Die beiden Stars, um die es heute geht, hören auf so charmante Namen wie Nano Banana (Googles Gemini-Bildmodell) und Seedream 4.0 (von ByteDance, den TikTok-Machern). Beide machen Bilder. Beide können bearbeiten, verändern, verbessern. Aber sie tun es auf sehr unterschiedliche Weise. Was die beiden eint: Sie können endlich, was früher KI-Kunst so schwer machte:

  • Bilder per Text bearbeiten ("mach das Kleid rot", "entferne den Hund")
  • Mehrere Eingabebilder kombinieren (Mashups & Stil-Transfer)
  • Charaktere konsistent halten (endlich sieht die Figur im Comic nicht auf jedem Bild anders aus!)
  • Texte in Bildern erzeugen und ändern (Logo drauf, Schild umbenennen, etc.)
  • Hochauflösung für Druck & Detail (Seedream sogar in 4K!)

Und das alles in wenigen Sekunden. Ohne Grafikstudium. Ohne Maus. Nur mit Worten. Wow.

Nano Banana: Realismus, Präzision, Google-Charme

Nano Banana klingt wie ein Kinderjoghurt, ist aber ein ziemlich erwachsenes Tool. Direkt in Googles Gemini-System integriert (früher "Bard"), punktet es mit realistischen Bildern, extrem präzisem Prompt-Verständnis und einer bemerkenswerten Eigenschaft: Es merkt sich Gesichter.

Wer also Storyboards zeichnet, Serienfiguren entwirft oder für einen Kunden zehn Varianten eines Produktbilds braucht, bekommt mit Nano Banana eine zuverlässige KI an die Seite gestellt. Auch Bildbearbeitungen (z.B. aus einem Foto einen neuen Hintergrund zaubern) funktionieren tadellos. Besonders stark: Nano Banana verändert nur das, was geändert werden soll. Alles andere bleibt wie im Original. Photoshop-Fans jubeln, Neulinge verstehen's sofort.

Was es (noch) nicht kann: 4K-Ausgabe. Und Texte sind so eine Sache: Manchmal steht da statt "OPEN" eben "OƿEN".

Seedream 4.0: Kreativität, Auflösung, asiatischer Avantgarde-Zauber

Seedream klingt wie ein Romantik-Film aus den 90ern, ist aber das genaue Gegenteil: Es ist das Tool für künstlerische Visionen, surreale Cyber-Welten, leuchtende Farbexplosionen. Die Bilder sind riesig (bis 4K), der Stil oft eigenwillig. Aber genau das ist seine Stärke: Seedream liefert Augenschmaus mit Fantasie.

Was man bekommt, sind gleich mehrere Varianten pro Prompt, meist sehr stimmungsvoll, manchmal leicht überraschend ("Ich wollte eine Küche, nicht den Palast von Versailles, danke."). Es kann auch Text verändern (z. B. Plakate umbeschriften), aber manchmal gehen dabei Umlaute flöten. Und Gesichter? Nun ja, die sehen manchmal auf jedem Bild ein bisschen anders aus.

Nano oder Seedream? Wann man was nehmen sollte:

Anwendungsfall Empfehlung
Business, Produktbilder, Werbung Nano Banana (sachlich, konsistent, realistisch)
Brainstorming, kreative Ideen, Stilvielfalt Seedream 4.0 (4K, mehrere Varianten, WOW-Effekt)
Comics, Storyboards, Seriencontent Nano Banana (gleichbleibende Charaktere)
Logo-Ideen, Artworks, Moodboards Seedream (künstlerische Vielfalt, viele Looks)
Schnelle Fotoretusche, Realfotos bearbeiten Nano Banana (unauffällige Änderungen)
Magazincover, Poster, Druck in XXL Seedream (4K ist Trumpf!)

Praxisbeispiele: Was beide wirklich draufhaben

Wir haben beide Tools losgeschickt, um fünf typische Aufgaben zu lösen. Ergebnis? Beide liefern – aber unterschiedlich:

1. Porträtfoto in verschiedenen Szenen: Nano Banana bleibt beim selben Gesicht. Seedream variiert einbisschen und ist experimentierfreudiger. Nano Banana scheint die Logik der Situation besser zu erfassen, während Seedream unseren Dr. Buzz mit Office-Outfit in den Pool steckt und gelegentlich die Proportionen nicht völlig korrekt hinbekommt.

Fazit: Kein Killer, sondern Künstler-Duo

Die gute Nachricht: Du musst dich gar nicht entscheiden. Wer heute KI-Bilder erstellt, sollte beide Tools im Repertoire haben. Nano Banana ist der verlässliche Partner für klare Vorgaben – bringt als Nachteil aber die (noch) geringe Auflösung mit. Seedream ist mutiger und liefert manchmal mehr, als man sich vorstellen konnte. Dass die Kreativität manchmal etwas an der Wunschvorstellung vorbeigeht, wird durch die hohe Auflösung mehr als wettgemacht.

Du hast zwei neue KI-Pinsel bekommen. Jetzt liegt es an dir, was du daraus machst.

Highlights:

  • Die neue Bild-KI-Generation kann echte Bildbearbeitung, nicht nur Neuschöpfung.
  • Nano Banana kontrollierter, Seedream 4.0 freier
  • Textbasierte Bildbearbeitung ganz ohne Maus oder Grafiksoftware
  • Nano Banana überzeugt mit Präzision und Gesichtskonsistenz – ideal für Serien, Storyboards und Produktbilder
  • Seedream 4.0 punktet mit 4K-Auflösung und künstlerischer Vielfalt
  • Kombinieren von Eingabebildern klappt bei Seedream besser, Nano Banana braucht Einzelschritte
  • Fazit: Kein „Entweder-oder“, sondern ein starkes Kreativ-Duo!

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