Neulich poppt bei ChatGPT eine neue Funktion auf: "Erinnerungen". Und da steht man nun, vor dieser digitalen Weggabelung: Aktivieren oder lieber Finger weg?
ChatGPT kann sich ab sofort also eure Gespräche merken. Das klingt erst mal super praktisch – du musst nicht mehr ständig wiederholen, was du in früheren Unterhaltungen bereits gesagt hast. Egal, ob es um ein laufendes Projekt oder deinen Lieblingsurlaubsort geht – ChatGPT erinnert sich.
Das bedeutet schnellere und persönlichere Antworten, vor allem bei wiederkehrenden Themen. Aber Moment mal – was ist mit dem "Recht auf Vergessenwerden", das uns eigentlich schützt, wenn wir nicht wollen, dass unsere Daten ewig irgendwo rumliegen?
Für den Alltag ist diese Funktion eine echte Zeitersparnis. Je mehr ChatGPT über dich weiß, desto präziser kann es reagieren. Das ist gerade bei längerfristigen Projekten nützlich, bei denen man nicht jedes Mal von vorn anfangen will.
Der Haken? Genau diese langfristige Speicherung kann auch ein ungutes Gefühl auslösen. Schließlich werden hier Daten gespeichert, die in die persönliche Sphäre eingreifen. Klar, OpenAI verspricht, dass alles anonym und unter deiner Kontrolle bleibt, aber wie anonym ist anonym wirklich?
In der EU gibt es das „Recht auf Vergessenwerden“, das sicherstellen soll, dass man persönliche Daten löschen lassen kann. Und hier wird es knifflig: Du hast bei ChatGPT die Option, Erinnerungen zu löschen oder die Funktion ganz abzuschalten. Rein theoretisch also kein Widerspruch zum Datenschutz. Aber es erfordert, dass du selbst die Kontrolle übernimmst und aktiv löschst, was du nicht behalten möchtest.
Doch wer denkt regelmäßig daran, seine Chat-Historie aufzuräumen? In der Praxis bleibt also die Frage: Wird wirklich alles gelöscht, oder sind irgendwo noch Fragmente von alten Gesprächen? Vertrauen ist hier der Schlüssel – und das fällt nicht jedem leicht.
Wenn du die Funktion aktivierst, kannst du von einem effizienteren KI-Assistenten profitieren, der dir die ständige Wiederholung erspart. Aber es erfordert auch ein wachsames Auge auf die gespeicherten Daten. Datenschutz und Komfort stehen hier in einem Spannungsfeld, das jeder für sich abwägen muss.
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