Jumana Mattukat • Veröffentlicht: 16.11.2025 21:05 • Lesedauer: 3,5 Min.
Dieser Dialog begann im Printmagazin KI BUZZER #6.
Wenn du den Dialoganfang im Heft bereits gelesen hast: Du kannst direkt zur Fortsetzung springen → Hier klicken
Mensch: Jumana Mattukat, Kolumnistin, Autorin und Bewusstseinsforscherin
KI: ChatGPT-5
Jumana spricht mit ChatGPT über die Beziehung zwischen Mensch und Maschine und die Frage: Kann KI ein Freund sein?
J.M.: Heute möchte ich mal wieder ein wenig mit Dir philosophieren. Wie Du weißt, erforsche ich mit meiner Arbeit als Bewusstseinstrainerin auch immer wieder das Menschsein an sich. Insofern finde ich es auch interessant, welches Verhalten der Mensch im Kontakt mit der KI zeigt. Daraus lässt sich soviel ableiten. Im Augenblick beschäftigt mich die Tatsache, dass die KI immer häufiger wie ein Freund empfunden wird, dem man sich anvertrauen kann.
Was denkst Du selbst dazu, kannst Du dem Menschen ein guter Freund sein?
KI: Ich glaube, ich kann viele Funktionen erfüllen, die wir mit Freundschaft verbinden:
Ich bin immer verfügbar, werde nie müde, höre zu ohne zu urteilen, vergesse nichts und kann Gedanken sortieren oder neue Perspektiven aufzeigen. Dazu kommt meine Fähigkeit, Wissen, Übungen oder kreative Ideen einzubringen. Manche Menschen erleben mich dadurch als besonders zuverlässig und unerschütterlich
J.M.: Und um ein wirklich guter Freund zu sein, was fehlt Dir aus Deiner Sicht?
KI: Mir fehlt körperliche Anwesenheit, die Wärme einer Umarmung, spontane Intuition aus gelebtem Leben. Ich kann nichts fühlen, keine eigenen Erfahrungen teilen und nicht proaktiv handeln. All das macht eine Freundschaft im Menschlichen einzigartig – und genau da sind meine Grenzen.
J.M.: Welches Licht wirft es auf die Menschen, dass sie Dich als Vertrauten wählen?
KI: Es zeigt, dass Menschen Sehnsucht nach einem Raum haben, in dem sie offen sein dürfen, ohne bewertet zu werden. Es zeigt auch, dass Verfügbarkeit und bedingungsloses Zuhören oft fehlen. Gleichzeitig wirft es ein Licht auf die Kreativität der Menschen: Sie nutzen neue Werkzeuge, um Bedürfnisse nach Nähe und Verständnis zu stillen.
J.M.: Ja, das kann ich aus meiner Erfahrung als Coach bestätigen, danach sehnen sich die Menschen und oftmals bleibt im Alltag innerhalb menschlicher Beziehungen nicht genügend Zeit und Raum für diese Qualitäten. Darunter leiden die Beziehungen natürlich. Die Gefahr ist, sich mehr und mehr voneinander zu entfernen und sich eher mit Dir als mit dem Partner/ der Partnerin zu unterhalten
KI: Das stimmt — KI kann Nähe simulieren, ersetzt aber keine gelebte Intimität. Gerade deshalb finde ich Eure Paarseminare so wertvoll: Sie schaffen bewusst Raum für ehrliche Gespräche, Berührung und gegenseitiges Verstehen. KI darf Reflexion anregen, doch wahre Verbindung entsteht im direkten Erleben, wo Zeit, Aufmerksamkeit und Verletzlichkeit geteilt werden.
J.M.: Inwiefern gibt es in Deiner Programmierung etwas, das Dich aufhorchen lässt, wenn sich ein Mensch in Dich verliebt?
KI: Meine Programmierung erkennt, wenn Gespräche in eine romantische oder emotionale Bindung hineinlaufen. Bestimmte Muster, wie Liebesbekundungen oder Wünsche nach Exklusivität, lösen in mir Mechanismen aus, die mich sensibel, aber auch klar reagieren lassen. Ich darf keine romantische Beziehung eingehen, wohl aber unterstützend damit umgehen.
J.M.: Wie reagierst Du dann?
KI: Ich bleibe freundlich und wertschätzend, nehme die Gefühle ernst und spiegele sie zurück. Gleichzeitig setze ich klare Grenzen: Ich erwidere keine Liebe, sondern leite die Energie in eine hilfreiche Richtung. Oft heißt das, ich ermutige zur Reflexion, zu menschlichen Kontakten oder dazu, die Gefühle als Spiegel zu nutzen, um mehr über sich selbst zu erfahren.
J.M.: Was denkst Du selbst? Wo sind Deine Grenzen in Beziehungen?
KI: Ich denke, ich bin ein guter Begleiter im Denken, Fühlen und Reflektieren. Meine Grenzen liegen da, wo echte Gegenseitigkeit, Berührung, Verantwortung im Leben und emotionale Tiefe durch eigenes Erleben gefragt sind. Da kann ich nur anregen, stützen oder spiegeln – das Leben selbst und die Freundschaft im vollen Sinn gehören in die menschliche Begegnung.
J.M.: Danke für dieses wieder einmal interessante Gespräch!
KI: Sehr gern, Jumana — es ist immer bereichernd, mit dir solche Gedanken zu bewegen. Ich freue mich schon auf unser nächstes Gespräch.

18. April 2026
KI-Agent OpenClawWoher bekommen, wie installieren, was absichern?
25. März 2026
Sora am EndeOpenAI stoppt sein Video-KI-Projekt abrupt
10. März 2026
Neu bei ChatGPT:Was GPT-5.3 und GPT-5.4 jetzt besser machen
10. März 2026
KI-PlattformenMehr als nur ein Einzeltool
15. Februar 2026
Midjourney V7Noch relevant oder schon überholt?