In KI-BUZZER Heft 6 gehen wir der Frage nach: „Ist das echt oder KI?“
Im Printartikel zeigen wir unter anderem:
- wann die Transparenzpflicht der EU-KI-Verordnung (vor allem Art. 50) greift,
- welche Arten von Inhalten besonders heikel sind (Deepfakes, realistisch manipulierte Bilder, KI-Stimmen, usw.),
- wer überhaupt kennzeichnen muss – und warum das längst nicht nur Konzerne betrifft,
- und wie gute, verständliche Kennzeichnung in der Praxis aussehen kann.
Das Heft liefert dir also das Was, Warum und Wann der Kennzeichnungspflicht. Wenn du es noch nicht hast und du den Hintergrund und anschauliche Beispiele dazu möchtest, hol dir KI-BUZZER Ausgabe 6 gerne bei uns im Onlineshop – Print und/oder Digital.
Hier im Online-Artikel geht es jetzt um das Wie:
- konkrete Ideen für Kennzeichnungs-Icons (als PNG mit transparentem Hintergrund),
- Textbausteine für verschiedene Situationen,
- Tipps zur Einbettung von KI-Hinweisen in Metadaten,
- und einen kleinen Praxis-Check, mit dem du deine Inhalte schnell überprüfen kannst.
1. Was die Transparenzpflicht im Kern verlangt
Sehr vereinfacht gesagt, möchte die EU-KI-Verordnung in diesem Punkt zwei Dinge:
A) Menschen sollen erkennen können, wenn sie es mit KI zu tun haben.
B) Täuschend echte „Fakes“ (z. B. Deepfakes) sollen als solche erkennbar sein.
2. Sonderfall Text: Redaktionelle Verantwortung
Spannend ist der Bereich geschriebener Text:
- Nutzt du KI, um einen Text zu entwerfen oder zu überarbeiten,
- prüfst du den Inhalt und passt ihn an,
- und übernimmst du am Ende die Verantwortung,
… dann gilt der Text rechtlich in der Regel als redaktionell verantwortet. Es besteht nicht automatisch eine gesetzliche Pflicht, den KI-Einsatz zu kennzeichnen – der Redakteur „vereinnahmt“ die Aussagen und übernimmt die Verantwortung.
Trotzdem kann es sinnvoll sein, den KI-Einsatz freiwillig transparent zu machen, zum Beispiel wenn:
- KI große Teile des Textes formuliert hat,
- das Thema sensibel ist (Gesundheit, Finanzen, Politik, Recht),
- du als Marke grundsätzlich offen mit KI umgehen möchtest.
3. Vorlagen:
Visuelle Labels zur Kennzeichnung von KI-Inhalten
Hier kannst du passende Icons und Badges herunterladen – als PNG mit transparentem Hintergrund – und diese in deinen Projekten verwenden:

IconPack herunterladen (ZIP / 2 MB)
4. Textbausteine: Freiwillige Hinweise für verschiedene Anlässe
Wichtig: Die folgenden Formulierungen sind Optionen für freiwillige Transparenz – sie ersetzen keine Rechtsberatung und sind nicht in jedem Fall vorgeschrieben. Sie helfen dir, einen konsistenten und ehrlichen Umgang mit KI-Einsatz zu etablieren.
4.1 Social Media (Posts, Reels, Stories)
Vollständig KI-generiertes Bild/Video:
- „Dieses Bild wurde mithilfe von KI erstellt.“
- „Hinweis: Motiv ist KI-generiert, nicht real fotografiert/gefilmt.“
- „Visual KI-generiert, Inhalt & Verantwortung: bei uns.“
Echtes Foto, stark mit KI bearbeitet:
- „Originalfoto, mit KI nachbearbeitet (Hintergrund/Details).“
- „Foto, stilistisch mit KI verfremdet.“
Text mit KI-Unterstützung:
- „Textentwurf mit KI erstellt, von uns geprüft und angepasst.“
- „Rohfassung von KI, finaler Inhalt von uns.“
4.2 Website, Blogartikel, Newsletter
Byline / Autorenzeile:
- „Text erstellt mit Unterstützung von KI. Redaktionell verantwortlich: [Name].“
- „Dieser Artikel entstand als Zusammenarbeit von Mensch und KI – Endredaktion: [Name].“
Hinweisbox am Anfang:
Transparenz-Hinweis: Einzelne Textpassagen wurden mit KI-Unterstützung formuliert und im Anschluss redaktionell geprüft.
Oder:
Hinweis: Wir nutzen KI als Schreibassistenz. Alle Inhalte wurden redaktionell geprüft und verantwortet.
4.3 Podcast & Audio
Zu Beginn der Episode:
- „Kurzer Hinweis: In dieser Episode kommen an einigen Stellen KI-Stimmen zum Einsatz. Details in den Shownotes“
- „Ein Teil des Voiceovers wurde mit einer synthetischen Stimme erzeugt.“
- „Stimm-Synthese mit KI, Inhalte von [Name/Redaktion].“
4.4 Video (YouTube, Webinare, Online-Kurse)
Einblendung / Beschreibung:
- „Dieses Video enthält KI-generierte Szenen und Grafiken.“
- „Einzelne Passagen (z. B. B-Roll, Illustrationen) wurden mithilfe von KI erzeugt.“
Bei reinen KI-Videos:
- „Dieses Video wurde vollständig mit KI-Tools erstellt (Bild, Text, Audio) und von [Name/Team] kuratiert.“
4.5 Präsentationen & Vorträge
- „Teile dieser Präsentation (Bilder, Icons, Illustrationen) wurden mit KI erstellt.“
- „Visuals: teils KI-generiert, Inhalte: von [Name/Unternehmen].“
4.6 Chatbots & Assistenten
Begrüßung im Chatfenster:
- „Hi, ich bin ein KI-gestützter Assistent. Ich helfe dir mit Antworten, bin aber kein Mensch.“
- „Hinweis: Antworten werden automatisiert mit KI erzeugt und können Fehler enthalten.“
Footer-Hinweis:
- „Antworten werden mit KI generiert und nicht in Echtzeit von Menschen geprüft.“
4.7 Kunst, Satire & Memes
- „Künstlerische KI-Montage, nicht real passiert.“
- „Satirische KI-Collage, keine echte Aufnahme.“
Damit ist klar: Hier soll niemand getäuscht werden.
5. Bonus: Tools & Tipps zur automatischen Metadaten-Einbettung
Sichtbare Labels (Icons, Hinweisboxen) sind die eine Seite. Die andere Seite sind unsichtbare Hinweise in den Metadaten von Dateien und im Quelltext deiner Website.
5.1 Bildbearbeitung: KI-Hinweis in EXIF/IPTC-Feldern
Viele Bildprogramme erlauben Metadaten-Vorlagen. Lege dir z. B. ein Preset an, das automatisch einträgt:
- Beschreibung/Description: „Bild KI-generiert mit [Tool], redaktionell geprüft.“
- Urheber/Creator: dein Name oder deine Organisation.
- Nutzungsbedingungen/Usage Terms: z. B. „Enthält KI-generierte Inhalte.“
So bleibt der KI-Hinweis erhalten, selbst wenn das Bild später weitergegeben oder erneut veröffentlicht wird.
5.2 CMS & Website: Kennzeichnung per Template oder Plugin
In vielen CMS (WordPress, TYPO3, eigene Lösungen) kannst du:
- ein Feld „KI-Einsatz“ anlegen (z. B. kein / teilweise / vollständig),
- aus diesem Feld automatisch:
- einen Hinweis im Artikel generieren,
- und Metatags im Quelltext setzen, z. B.:
Einmal sauber eingerichtet, sorgt das für konsistente Kennzeichnung in allen Inhalten.
5.3 Content Credentials / C2PA (einfach erklärt)
Manche neueren Kreativprogramme (z. B. von Adobe oder großen Kameraherstellern) unterstützen sogenannte Content Credentials.
Das kannst du dir vorstellen wie einen digitalen Herkunftsnachweis:
- Unsichtbare Zusatzinfos werden direkt in der Datei gespeichert.
- Dort steht z. B. drin, womit das Bild/Video erstellt wurde.
- Es kann auch vermerkt sein, ob KI im Einsatz war.
Der technische Standard dahinter heißt C2PA. Wichtig ist für dich weniger der Name, sondern die Idee dahinter:
Dateien bekommen so etwas wie einen kleinen „Steckbrief“, der später helfen kann nachzuvollziehen, woher ein Inhalt kommt und was daran gemacht wurde.
Wenn dein Programm so eine Funktion anbietet, lohnt es sich, sie testweise zu aktivieren – gerade bei sensiblen Inhalten oder wenn du beruflich publizierst.
5.4 Interne Dokumentation
Neben der äußeren Kennzeichnung hilft eine interne Notiz, z. B. im Redaktions- oder Projekttool:
- „KI genutzt? ja/nein“
- „Tool: …“
- „Art des Einsatzes: Entwurf, Bildgenerierung, Übersetzung, …“
Das macht dich auskunftsfähig bei Rückfragen, Beschwerden oder Audits.
6. Mini-Checkliste: Bin ich transparent genug?
Zum Abschluss eine kurze Checkliste, die du vor der Veröffentlichung durchgehen kannst:
- Wirkt der Inhalt realistisch? Könnten Menschen annehmen, dass es echte Szenen, Personen oder Zitate sind?
- War KI kreativ/inhaltlich prägend beteiligt? (nicht nur Rechtschreibkorrektur oder Rauschentfernung)
Wenn ja, dann sollten wir für Transparenz sorgen und dann abchecken:
- Gibt es einen klaren Hinweis? Ideal: sichtbares Icon + kurzer Text.
- Ist er früh genug platziert? Nutzer sollten den Hinweis sehen, bevor sie den Inhalt als „real“ abspeichern.
- Ist er verständlich formuliert? Also nicht nur „KI!“, sondern idealerweise: „Was genau ist KI-generiert?“
Wenn du diese fünf Punkte mit gutem Gewissen abhaken kannst, bist du in Sachen Transparenz schon deutlich besser aufgestellt als viele andere.
Lust auf mehr Beispiele und Hintergründe?
Im KI-BUZZER Heft 6 findest du:
- konkrete Fallbeispiele rund um Deepfakes und KI-Bilder,
- Tools, mit denen du Fakes entlarven kannst
- Einschätzungen von Expertinnen und Experten,
- und eine Einordnung, wie sich unser Vertrauen in Medien und Inhalte durch KI verändern wird.